Nationalpark De Hoge Veluwe

Natur trifft Kultur: Nationalpark De Hoge Veluwe

Wusstet ihr, dass die grüne Schatzkammer der Niederlande nur einen Katzensprung von der deutschen Grenze entfernt liegt? Der Nationalpark De Hoge Veluwe nahe Arnheim vereint auf einer Fläche von 5.400 Hektar Wälder, Flechtensteppen, Heidefelder, Flugsandlandschaften, Grasflächen, Moore und Seen. Darüber hinaus lockt das Kröller-Müller Museum mit seinem Skulpturengarten sowie seiner Van-Gogh-Sammlung. Eine perfekte Symbiose aus Natur, Kunst und Kultur, die zum Wandern, Radfahren und Entdecken einlädt.

Geschichte des Nationalparks De Hoge Veluwe

Die Geschichte des Nationalparks reicht bis in das Jahr 1909 zurück: Damals kaufte das Ehepaar Anton und Helene Kröller-Müller erste Teile des heutigen Geländes als Jagdrevier. Sie weiteten es nach und nach aus, umzäunten es und siedelten Tiere an. In den Folgejahren bauten sie das Jachthuis Sint Hubertus und Helene Kröller-Müller legte den Grundstein für die heutige Kunstsammlung.

Anfang der 1920er-Jahre geriet das Ehepaar jedoch zunehmend in Geldnöte, sodass 1935 der niederländische Staat einsprang: Der Park wurde in die Stiftung „Der Nationalpark De Hoge Veluwe“ eingebracht und die Kunstsammlung dem Staat geschenkt. So sind der Nationalpark und das Kröller-Müller Museum zwei getrennte Organisationen, die aber eng zusammenarbeiten. Der Park selbst ist bis heute privater Grundbesitz und erhält nur begrenzt Subventionen.

Spannende Aktivitäten für alle Altersklassen

Ich gebe zu, auch uns war der Nationalpark De Hoge Veluwe bis zu unserem Besuch in Arnheim unbekannt. Dafür sind wir jetzt umso begeisterter. Das Angebot an Aktivitäten lässt nämlich tatsächlich keine Wünsche offen – euch erwarten Natur & Landschaft, historische Geschichten sowie Kunst & Architektur:

  • 12 Wanderwege (Rund- und Themenwanderungen)
  • Rund 40 Kilometer Radweg
  • Auf die Jahreszeit abgestimmte Safaris & Kindersafaris
  • Möglichkeiten für Tierbeobachtungen
  • Meditieren in der Natur bei der Outdoor Meditation
  • Museonder, das erste unterirdische Museum der Welt
  • Jeden vierten Samstag im Monat ist Markttag
  • Kunst (zum Anfassen) im Kröller-Müller Museum
  • etc.

Wir hätten hier gerne weit mehr als nur einen Tag verbracht, aber unsere Zeit war leider begrenzt. Um möglichst viel mitzunehmen, haben wir uns nach einem kurzen Studium der Wander- und Fahrradkarte dazu entschieden, mit unserem Auto bis ans Kröller-Müller Museum zu fahren, uns dort für eine rund 15 Kilometer lange Tour auf die Fahrräder zu schwingen, und im Anschluss das Museum zu besuchen.

Auf die Räder fertig los

Auch im Nationalpark De Hoge Veluwe werden die Niederlande ihrem Ruf als Fahrradland gerecht: An mehreren Stellen im Park stehen insgesamt 1.800 kostenlose weiße Fahrräder bereit, die flexibel genutzt werden können.

Besucherinfo
Kindersitze sind standardmäßig installiert, am Besucherzentrum können darüber hinaus Kinderfahrräder sowie Spezialfahrräder (z.B. Tandem und Rollstuhlfahrräder) gemietet werden.

Wir schnappen uns zwei Fahrräder und fahren, vorbei am Besucherzentrum, in Richtung Norden. Belohnt werden wir mit abwechslungsreichen und beeindruckenden Landschaften.

Nationalpark De Hoge Veluwe

Wald im Nationalpark De Hoge Veluwe

Im Norden des Parks liegt malerisch an einem See das Jachthuis Sint Hubertus. Der ehemalige Landsitz des Ehepaares Kröller-Müller wurde vom niederländischen Architekten Hendrik Petrus Berlage entworfen und 1920 fertiggestellt. Ins Auge sticht vor allem der charakteristische Turm, der sich deutlich vom sonst vorherrschenden englischen Landhausstil abhebt.

Besucherinfo
Das Jachthuis Sint Hubertus kann im Rahmen einer 45-minütigen Tour besichtigt werden. Die Tickets sollten online vorbestellt werden. Für Erwachsene kostet die Führung 4 Euro für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren 2 Euro.

Wir machen einen kleinen Spaziergang über das Außengelände des Jachthuis Sint Hubertus bevor wir uns zu unserem letzten Ziel aufmachen: Wir erreichen das Flugsandgebiet „De Pollen“ und fragen uns für einen kurzen Moment, ob wir wirklich noch in den Niederlanden sind  – oder nicht vielleicht doch in der Wüste Namibias?

Gerne wären wir noch ein Stück weiter geradelt, aber die Zeit drängt – wir wollen unbedingt noch das Kröller-Müller Museum besuchen und machen uns deshalb auf den Rückweg.

Kunst im Kröller-Müller Museum

Mitten im Nationalpark De Hoge Veluwe liegt das Kröller-Müller Museum, das die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt beherbergt: Rund 90 Gemälde und 180 Zeichnungen des weltberühmten Künstlers sind hier zu bestaunen, darüber hinaus z.B. Werke von Claude Monet oder Pablo Picasso.

Wir konzentrieren uns bei unserem Besuch vor allem auf den wunderschönen Skulpturengarten. Er ist eine faszinierende Mischung aus Kunst und Natur, der auf 25 Hektar sowohl Groß als auch Klein zum aktiven Entdecken einlädt. Wir machen uns auf die Suche nach den mehr als 160 Skulpturen, die perfekt mit ihrer Umgebung verschmelzen. Mein Favorit: Die Hoofdstukken des belgischen Künstlers Jan Fabre. Die Bronzeköpfe mit verschiedenen „Auswüchsen“ (Hörner, Geweihe, Eselsohren etc.) sind Selbstporträts des Kunstprovokateurs und verdeutlichen, dass jeder Mensch mehrere Persönlichkeiten in sich trägt – manche mehr und manche weniger schmeichelhaft.

Der Pac-Man? Nein, ein kugelförmiges Bronzeobjekt des italienischen Künstlers Lucio Fontana. Die „Nature“ entstanden um 1960 und zeichnen sich durch klaffende Einschnitte und Vertiefungen aus. Insgesamt gibt es fünf der Objekte zu bestaunen.

Zum Klettern lädt der 1974 von Jean Dubuffet geschaffene „Jardin d’émail“ ein: frei erfundene Natur aus lackiertem Beton und Kunstharz. So macht Kunst auch Kindern Spaß – okay, und Erwachsenen.

Und ja, auch diese Treppe ist ein Kunstwerk – wenn auch leider ein verbarrikadiertes. Die Installation des Künstlers Krijn Giezen mit dem Namen „Kijk Uit Attention“ ist nach einem Unfall nur noch an wenigen Tagen im Jahr geöffnet. So verpassen wir leider den Weitblick auf die Ebenen des Nationalparks De Hoge Veluwe.

Übrigens, wer eine kleine (Kunst-)Pause braucht: Im Skulpturengarten gibt es ein „Zelt-Restaurant“, das zum gemütlichen Verweilen einlädt. Das hätten auch wir gerne getan, aber leider ist uns die Zeit davongelaufen. Aber wir kommen ganz sicher wieder!

Informationen für Deinen Besuch

Der Nationalpark hat Eingänge in Schaarsbergen, Hoenderloo und Otterlo. Hier kann für 2,50 Euro auch eine Wander-, Rad- und Autokarte erworben werden. Parkplätze sowie weiße Fahrräder stehen sowohl an den Eingängen als auch am Besucherzentrum, am Jachthuis Sint Hubertus und am Kröller-Müller Museum zur Verfügung. Am Eingang Hoenderloo befindet sich zudem ein Campingplatz.

Eintrittspreise

Tickets können sowohl an den Eingängen als auch im Vorfeld online erworben werden.

 Ohne Museum Inklusive Museum
Kinder 6 bis 12 Jahre 4,75 € 9,50 €
Erwachsene 9,50 € 19,00 €
Auto / Motorrad im Park 6,75 € 6,75 €
Parken außerhalb der Eingänge 3,40 € 3,40 €

Öffnungszeiten des Nationalparks

Januar bis März 09.00 – 18.00 Uhr
April 08.00 – 20.00 Uhr
Mai 08.00 – 21.00 Uhr
Juni und Juli 08.00 – 22.00 Uhr
August 08.00 – 21.00 Uhr
September 09.00 – 20.00 Uhr
Oktober 09.00 – 19.00 Uhr
November bis Dezember 09.00 – 18.00 Uhr

Öffnungszeiten des Kröller-Müller Museums

Dienstag bis Sonntag und Feiertage: 10:00 – 17:00 Uhr.
Der Skulpturengarten ist bis 16:30 Uhr geöffnet.

Weblinks

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