Ein grünweißer Spaziergang über die White Cliffs of Dover

„This precious stone set in the silver sea“: Auf dem Weg von Canterbury nach Brighton legten wir einen Stopp in Dover ein und besuchten die spektakulären weißen Kreidefelsen. Sie ziehen sich über 32 Kilometer an der Küste Kents entlang und sind für die Engländer Ikone und Wahrzeichen. Von hier aus ist Frankreich nur 33 Kilometer entfernt und über die Jahrhunderte wurde England mehr als einmal von Dover aus verteidigt.

Heute ist der Kanal bei Dover einer der meistgenutzten Seewege zwischen dem Festland und Großbritannien. Täglich verkehren bis zu 70 Fähren zwischen Dover, Calais und Dunkerque. Der Hafen fertig pro Jahr mehr als 13 Millionen Passagiere ab. Folglich sind die weißen Klippen für zahlreiche Reisende die erste bzw. letzte Ansicht auf das Vereinigte Königreich. Das geschäftige Treiben im Hafen lässt sich vom Eingangsbereich der White Cliffs beobachten. Der Startpunkt unserer gut 2-stündigen Wanderung entlang der Steilküste.

Der Hafen von Dover, rechts im Hintergrund Dover Castle.
Der Hafen von Dover, rechts im Hintergrund Dover Castle.

Sattes Grün und strahlendes Weiß

Als wir gegen 10 Uhr am Besucherzentrum ankommen, sind wie erst einmal positiv überrascht: Im Gegensatz zu den meisten anderen Sehenswürdigkeiten in England wird nämlich kein schwindelerregend hohes Eintrittsgeld fällig, sondern lediglich 3,50 Pfund Parkgebühr. Das ist zu verkraften. Außerdem ist es noch relativ ruhig und wir können die Landschaft fast für uns alleine genießen.

Bereits bei der Einfahrt erhalten wir eine Karte, die vier verschiedenen Spaziergänge entlang der Klippen aufzeigt. Wir beschließen, diese flexibel miteinander zu kombinieren und marschieren los. Beschränkungen gibt es auf dem Gelände keine, man kann sich völlig frei bewegen. Allerdings sollte man an den brüchigen Kanten der Kalkfelsen durchaus Vorsicht walten lassen. Die Steinhaufen am Fuße der Klippen zeigen deutlich, dass immer wieder größere Stücke abbrechen. Als durchaus tückisch erweisen sich übrigens auch die Grasflächen – die unzähligen Kaninchenlöcher sind echte Stolperfallen.

Die frische Seeluft weht uns um die Nase und schon nach wenigen Schritten stellt sich ein Gefühl der Ruhe und Entspannung ein. Der Kontrast zwischen der leuchtend grünen Landschaft und den kargen, weiß strahlenden Felsen, die steil über dem Meer abfallen, hat etwas Beruhigendes. Am Horizont zeichnet sich das französische Festland ab.

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Die White Cliffs in ihrer ganzen Schönheit.

Wir legen in den zwei Stunden insgesamt rund fünf Kilometer zurück und bewegen uns dabei vor allem in den Bereichen nahe der Klippen. Schade, dass wir keine Decke eingepackt haben – ein kleines Picknick hätte sich angeboten. Stattdessen machen wir auf dem Rückweg noch einen kurzen Stopp im Café des Besucherzentrums, genießen von der Terrasse den Ausblick auf den Hafen und sind froh, dass jetzt, wo die Menschenmassen strömen, wir gleich wieder in unser Auto steigen…

Im Nachhinein habe ich übrigens gelesen, dass Kent viele Jahre die Heimat des Schriftstellers Ian Flemming war und an den White Cliffs unter anderem Szenen für Moonraker gedreht wurden. Damit haben wir nach dem Arecibo Observatory in Puerto Rico bereits den zweiten Schauplatz eines James-Bond-Films besucht – mal sehen, ob wir diese Reihe noch fortführen können 😉

Im Überblick
Mehr Informationen zu den White Cliffs auf der Website des National Trust
Parkplatz: 9 bis 19 Uhr; 3,50 Pfund
Besucherzentrum: 10 bis 17.30 Uhr

2 Gedanken zu “Ein grünweißer Spaziergang über die White Cliffs of Dover

  1. Für mich ist der Anblick der Kreidefelsen immer ein Highlight bei der Anreise nach England. Einer der Gründe, warum ich nie mit dem Flugzeug oder oder durch den Tunnel auf meine Lieblingsinsel fahren würde. Aber ich muss gestehen, ich habe noch nie länger dort verbracht. Man ist irgendwie immer auf der Durchreise in Dover. Scheint ein Fehler zu sein.
    Danke für die schönen Ideen.
    Liebe Grüße, Heike

    1. Hallo Heike,
      vielen Dank! Wir hatten leider auch nur ein paar Stunden eingeplant. Irgendwie hat man das nicht so richtig auf dem Plan stehen. Wäre auch mal eine Idee die Fähre zu nehmen. Dann hätte ich auch mehr Deko etc. einkaufen können… 😉
      Liebe Grüße
      Katharina

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