Pork and Co Canterbury

Canterbury: Kalorien statt Kathedrale

Der erste Stopp auf unserer Reise durch Südengland war Canterbury. Berühmt ist die Stadt vor allem für ihre Kathedrale. Anstatt eine Reise in die Kirchengeschichte wurde mein Aufenthalt am Ende aber eine (kalorienreiche) Zeitreise zurück in meine Studienzeit.

An der University of Kent studieren rund 20.000 Studenten und so ist Canterbury in erster Linie eine Studentenstadt mit einer pulsierenden Café- und Restaurantszene. Und das Studentenleben fing schon bei unserer Ankunft an – der Campus des Keynes Colleges verwandelt sich in den Semesterferien nämlich in ein „Hotel“. Und zwar in ein recht komfortables mit tollen Grünflächen, inklusive Mensa-Atmosphäre beim Frühstück.

Eine völlig überfüllte Kathedrale

Natürlich bin ich wie immer mit dem festen Vorsatz verreist, mich auch im Urlaub einigermaßen gesund und ausgewogen zu ernähren. Und der Start bei Kitch war vielversprechend: hausgemachtes Müsli mit frischem Obst. Sehr lecker und absolut empfehlenswert.

kitch-canterbury
Leckeres und gesundes Frühstück bei Kitch.

Frisch gestärkt ging es auf Erkundungstour. Als wir gegen 11 Uhr an der Canterbury Cathedral ankamen, drängten sich jedoch bereits die Menschenmassen. Angesichts von zwölf Pfund Eintritt pro Person (plus vier Pfund für einen Audioguide) und der Tatsache, dass die Guided Tours (zusätzlich fünf Pfund pro Person) nicht in unseren Zeitplan passten, entschieden wir uns, auf den Besuch des Innenraums zu verzichten und am frühen Abend einen zweiten Versuch zu starten. Und diese Entscheidung war für uns goldrichtig: Das Gelände war wie leergefegt und wir konnten die Kathedrale mit ihren Gärten ungestört und im Licht der untergehenden Sonne genießen. Eine unglaublich tolle Atmosphäre. Zumal hinter der Kathedrale Ausgrabungsstätten sowie einzelne Säle frei zugänglich sind. Unter dem Strich haben wir uns so Geld und Nerven gespart – mit der Salisbury Cathedral sowie der St Paul’s Cathedral in London standen ohnehin noch zwei weitere Kirchen auf unserem Reiseplan.

canterbury-cathedral
Imposant: Die Canterbury Cathedral.

Anstatt die Kathedrale zu besichtigen, erkundeten wir den Stadtkern Canterburys. Die kleinen Gassen sind deutlich von einem mittelalterlichen Charakter geprägt, am Fluss Stour reihen sich historische Weberhäuser aneinander. Viele individuelle Geschäfte laden zum Shoppen ein. Erstehen lassen sich hier vor allem tolle Möbel- und Dekostücke. 

canterbury
Weberhäuser entlang des Stour – beliebt sind auch die Bootstouren.

Wunderschön sind auch die Parkanlagen der Stadt. Wir sind durch den Abbots Mill Garden gebummelt und haben in den Westgate Gardens einen längeren Stopp eingelegt.

canterbury-parks
Have a break: In Canterbury kein Problem.

Unsere Begegnung mit dem „Big Boy“

Das Auffälligste an Canterbury sind jedoch die unzähligen Cafés, Restaurants und Bars. Obwohl sich hier Jung und Alt, Einheimische und Touristen versammeln, sind sie größtenteils von einem studentischen Flair geprägt. Am liebsten wäre ich alle paar Meter irgendwo eingekehrt (es versteht sich von selbst, dass ich das mit dem gesunden Essen an dieser Stelle fix über Bord geworfen habe). So sind wir schließlich bei Pork & Co. gelandet, zunächst im Shop für eine Portion Pulled Pork auf die Hand und am Abend in der Bar & Eatery. Und dort stand er auf der Speisekarte, der unglaublichste Burger, den ich je gegessen habe – ein „Big Boy“: Rindfleisch, Pulled Pork und frittiertes Mac and Cheese. Sehr lecker, kaum zu schaffen und wirklich nur Millimeter von meinem Lieblings-Burger entfernt. Fast hätte er es geschafft, den Cheeseburger von Burger Heaven (New York) vom Thron zu stoßen.

pork-and-co-canterbury
Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen 😉

Wir hatten für Canterbury leider nur 1,5 Tage eingeplant und haben in dieser Zeit auch noch das völlig verrückte Whitstable Oyster Festival besucht. Gerne wären wir noch länger geblieben – das schreit nach einem Wiederbesuch. Vielleicht schaffen wir dann auch noch die Sache mit der Kathedrale…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.