Phu Quoc Vietnam

Phu Quoc: 4 Tage im vietnamesischen Paradies

Wir wollten unbedingt auch einige Strandtage einlegen und schwankten langen zwischen Sihanoukville (Kambodscha) und Phu Quoc: Die Wahl fiel schließlich auf die größte Insel Vietnams, die sich über 576 Quadratkilometer erstreckt. Während Sihanoukville touristisch bereits erschlossen ist, erwacht der Tourismus auf Phu Quoc gerade erst. Viele Kilometer Strand, teilweise noch unberührt, haben uns am Ende überzeugt. Unsere Wahl fiel auf ein Hotel am etwas abseits gelegenen Vung Bau Beach – nicht zuletzt, weil das Wild Beach Phu Quoc Resort über einen herrlichen Privatstrand verfügt.

Der Strand des Wild Beach Phu Quoc Resort
Der Strand des Wild Beach Phu Quoc Resort.

Und der erste Eindruck hielt, was er versprach: absolute Ruhe (Strandhändler sind hier Fehlanzeige) und ein tolles Panorama. Wer gerne schnorchelt, kann das nahegelegene Fingernail Island unkompliziert mit dem Kanu erreichen. An dieser Stelle ein Hinweis: Es gibt zwei Inseln mit dem Namen Fingernail Island – die andere liegt südlich von Phu Quoc.

Phu Quoc mit dem Roller erkunden

Eigentlich wollten wir auf unserer Südostasienreise keinen Roller zu mieten. Wenig Fahrpraxis und asiatisches Verkehrschaos waren in unseren Augen keine gute Kombination. Auf Phu Quoc haben wir dann alle guten Vorsätze über den Haufen geworfen, und das Abenteuer doch gewagt: die Straßen sind recht leer und zumindest die Hauptstraßen gut ausgebaut. Wie wir bald feststellen sollten allerdings auch nur diese… Trotzdem ist es eine tolle Möglichkeit, die Insel und ihre Bewohner näher kennenzulernen.

Phu Quoc Roller
Phu Quoc: Durchgeschüttelt auf der (hier noch gut aussehenden) „Bumpy Road“.

Wir erkundeten den Norden der Insel und unser erster Stopp führte uns an den nordwestlichsten Zipfel. Hier liegt das Ganh Dau Cape. Aufgrund des fantastischen Ausblicks (am Horizont sieht man Kambodscha) ein beliebter Haltepunkt. Wer Lust auf eine kleine Pause hat, findet hier auch zwei Restaurants, die traditionelle vietnamesische Küche und Seafood anbieten.

Ganh Dau Cape Phu Quco
Ein beliebter Haltepunkt mit dem Roller: Ganh Dau Cape.

Im Hotel hatte man uns den sogenannten Forest Walk ans Herz gelegt – das muss man gemacht haben. Die Straße sei zwar eine „Bumpy Road“, aber alles kein Problem. Stimmt, wenn man langsam fährt, ist die Straße eigentlich ganz gut befahrbar. Das Problem: Um zum Forest Walk und danach wieder auf eine „normale“ Straße zu gelangen, fährt man über eine Stunde. Das Steißbein lässt grüßen. Aber was tut man nicht alles für… ein völlig unspektakuläres Stück Wald.

Das "Highlight" des Forest Walk
Das „Highlight“ des Forest Walk

Leider hielt der Walk nicht, was er versprochen hatte. Deshalb sind wir nach 20 Minuten umgekehrt – das haben uns auch alle Touristen geraten, denen wir auf dem Waldweg begegnet sind. Vorbei an zahlreichen Pfefferplantagen (die man teilweise auch besichtigen kann) fuhren wir weiter in die Hauptstadt Duong Dong. Hier liegt auf einem Felsen an der Hafeneinfahrt der Schrein Dinh Cau. Gleich um die Ecke findet täglich ab 17 Uhr der Dinh Cau Night Market statt. Fisch, Garnelen, Muscheln – hier wird alles frisch oder direkt vom Grill angeboten. Allerdings sind die Preise im Vergleich hoch und auch bzgl. der Qualität sollte man die Augen offen halten.

phu quoc hafen
Im Hafen von Phu Quoc.

Entspannung pur

Um ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen und dem Massentourismus zu entgehen, ist Phu Quoc das ideale Reiseziel. Wie lange das noch so bleibt, ist allerdings fraglich: Überall auf der Insel wird fleißig gebaut. Bereits 2012 eröffnete der internationale Flughafen, an dem nach wie vor gearbeitet wird. Ziel ist, bis 2020 jährlich sieben Millionen Passagiere abfertigen zu können.

Anreise Phu Quoc liegt im Südwesten von Vietnam an der Grenze zu Kambodscha. Wir sind von Ha Tien mit der Fähre übergesetzt, eine weitere Fährverbindung besteht von Rach Gia. Aktuell bestehen wohl auch Bestrebungen, eine Fährverbindung von Kampot nach Phu Quoc zu etablieren. Außerdem erreicht man die Insel per Flugzeug vom vietnamesischen Festland, so z.B. von Ho Chi Minh, Hanoi, Can Tho und Haiphong.

Restauranttipps
Buddy Ice Cream & Info Café
Angeblich das erste westliche Café auf der Insel. Wir waren nach einer staubigen Tour mit dem Roller einfach nur froh, einen leckeren Smoothie in die Finger zu bekommen und haben uns dann gleich noch einen Hamburger gegönnt. Auch in Asien muss das ab und zu mal sein.

Bamboo Cottages & Restaurant
Das Hotel mit Restaurant liegt ablegen am Bau Vung Beach. Wir wurden von dem dort einmal wöchentlich angebotenen BBQ-Buffet-Dinner angelockt. Sehr lecker und eine tolle Abwechslung.

Übernachtung
Wild Beach Phu Quoc Resort
Ein perfektes Hotel für ein paar ruhige Strandtage. Die Bungalows sind sehr gemütlich und sauber – genauso wie die ganze Anlage. Ein schöner hoteleigener Strand rundet das Ganze ab. Der Manager spricht gut Englisch und ist stets um das Wohl seiner Gäste bemüht. Das Restaurant ist in Ordnung. Kein kulinarischer Hochgenuss aber für ein paar Tage absolut okay. Auf der Suche nach Abwechslung lohnt sich ein Besuch im Nachbarhotel Bamboo Cottages. Was man wissen muss: Das Wild Beach liegt relativ abgeschieden am Bau Vung Beach – ohne Roller geht nichts.

19 Gedanken zu “Phu Quoc: 4 Tage im vietnamesischen Paradies

  1. Was für ein wunderschöner Sonnenuntergang ganz oben… ich fang an zu träumen! Das Wild Beach Phu Quoc Resort sieht aber auch richtig cool aus mit den netten Hängesesseln – sind die wohl auch bequem oder nur stylisch?
    LG Annika

  2. Ich finde Orte ja immer ganz toll, wenn sie touristisch noch nicht erschlossen sind und man so die Möglichkeit hat Land und Leute auf eine ehrliche Weise kennen zu lernen. Nächstes Jahr habe ich vor im Zuge meiner geplanten Weltreise in Vietnam Halt zu machen. Ich bin schon sehr gespannt und dein Beitrag kommt da gerade recht, die Vorfreude noch ein bisschen mehr anzustacheln 😉

  3. Irgendwann, ich bin mir ganz sicher… werde ich es auch mal nach Vietnam schaffen.
    Besonders die Pfefferplantagen finde ich spannend.

    Danke für die interessanten Tipps.
    Liebe Grüße
    Katja

  4. Bis 2020 jährlich sieben Millionen Passagiere… Ich tue mich da auch immer schwer, auf der einen Seite bin ich ja selbst Tourist, auf der anderen Seite fühle ich mich nicht mehr allzu wohl, wenn massenweise Pauschaltouristen eingeflogen werden, die schnell den russischen Winter gegen Sonne eintauschen (davon haben wir viele in Phan Thiet getroffen, das ist von Saigon aus gesehen 4 Stunden mit dem Bus nach Osten).

    Das Resort und die Fotos davon sehen jedenfalls noch nach einem Geheimtipp aus, und wunderschön!

  5. Hört sich wunderbar an! Aber anscheinend sollte man sich tatsächlich beeilen, bevor die sieben Millionen Passagiere eintrubeln…
    Die Fotos sind auch traumhaft!

    LG aus Süditalien
    Karin

  6. Und wieder ein Grund mehr für uns, Vietnam nochmal eine zweite Chance zu geben. Als wir vor 9 Jahren dort waren lief so ziemlich alles schief, was schief laufen konnte. Aber man sieht sich immer zweimal im Leben 🙂 Und Berichte wie dieser machen definitv Lust auf mehr!

    Danke und liebe Grüße

    Chris

    1. Manchmal erwischt einem ein Land einfach auf dem falschen Fuß. Wobei ich gestehen muss, dass ich was Vietnam betrifft auch zwiegespalten bin. Phu Quoc war traumhaft – aber Hoi An fand ich z.B. streckenweise einfach nur anstrengend. Um es mal diplomatisch zu sagen: Zu viel Geschäftstüchtigkeit ist auch nichts…
      Liebe Grüße
      Katharina

      1. Wir sind damals unter anderem Anfang Februar bei Nebel und 6 Grad in Hanoi erfroren, wurden rund um Saigon von einer Krokodilfarm zur nächsten gekarrt und die ersten grünen Reisefelder haben wir 6 Stunden vor der Ausreise gesehen.:)

        Und „Geschäftstüchtigkeit“ ist wirklich eine diplomatische Umschreibung unserer Erlebnisse mit Vietnamesen 🙂

  7. Vietnam will ich auch demnächst mal erkunden und die Freundlichkeit der Leute kennenlernen und ja nicht alles was in SOA empfohlen ist auch schön, leider aber das Schöne liegt auch im Auge des Betrachters.

  8. Die Insel klingt sehr schön und abgelegen. In einen der Sitze am Strand von deinem Bild würde ich mich gern sofort begeben – entspannen, die Sonne sowie die Ruhe genießen. Es ist schade, dass dieses Idyll in einigen Jahren wohl nicht mehr vorhanden sein wird. Dann wird es noch schwerer solche Orte zu finden, die Entwicklung ist leider ja auch in anderen Länder bereits erkennbar.

  9. Toller Bericht! Beim Rollerfahren hätte ich auch erst so meine Bedenken, war es denn machbar oder würdet ihr eher davon abraten, wenn man wenig Fahrerfahrung hat?
    Ich finde es wirklich schade, dass immer mehr einsame Orte so bebaut werden, dass der Massentourismus ankommt – klar, irgendwo macht das Sinn, vor allem finanziell für die Einwohner, aber andererseits…es ist doch schon irgendwie schade, oder nicht?

    Liebe Grüße,
    Alex

    1. Eigentlich wollten wir auf keinen Fall einen Roller mieten – eben weil die Fahrpraxis fehlt. Aber auf Phu Quoc war so wenig los, dass das absolut kein Problem war. Wir haben einfach ein langsam gemacht. Ja, das mit dem Massentourismus ist ein zweischneidiges Schwert: Ich persönlich fahre ja auch gerne an solch schöne Orten… Wichtig wäre, mehr auf Nachhaltigkeit zu achten und nicht einfach lieblos Unterkünfte hochzuziehen. Und vor allem Konzepte zu entwickeln, von denen die Bevölkerung am Ende wirklich profitiert – anstatt nur ein paar wenige Investoren.
      Liebe Grüße
      Katharina

  10. Hey Katharina 🙂

    Das mit dem „kein Rollerfahren wegen fehlender Praxis“ kommt mir bekannt vor. Aus dem gleichen Grund haben wir uns letztes Mal in Thailand auch noch nicht rangetraut… Auch hier in Griechenland reizt es mich jetzt ständig (auch wenn ich mich echt frage, wieso zur Hölle die alle ohne Helm fahren?!?!) – das muss also bald geübt werden 🙂

    Schöne Grüße,
    Caro

    PS: Der Strand sieht echt toll aus, in so einem schwingenden Sessel könnte ich mich auch gut niederlassen 😉

  11. Hey,

    immer Interessant die Erfahrungen von anderen Blogger zu lesen. Ich mag Phu Quoc, auch wenn bei unserem Besuch überall Baustelle herrschte 😉 Wir hatten mit dem Bike öfter mal die ein oder andere Dirt Road erwischt… Wie war es denn bei dir?
    Schöner Artikel!

    LG Silvi und Chris (mogroach.de)

    1. Hallo ihr beiden,
      lieben Dank! Ja, es wird (leider) sehr viel gebaut, aber trotzdem findet man noch ruhige Ecken. Perfekt, wenn man mal eine Pause vom asiatischen Trubel braucht. Wir haben auch die eine oder andere Dirt Road erwischt – bei einer dachte ich die endet nie… Habe gerade gesehen, dass ihr einiges zu Myanmar auf eurem Blog habt 🙂 Perfekt, das ist nämlich unser nächstes Reiseziel.
      LG
      Katharina

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